Salty in Sicht.

Der erste Moment in dem ich Salty ausmachen konnte war der Beginn einer den ganzen Tag anhaltenden Euphorie.

Zuvor war ich mit meinem Rucksack von Hamburg nach Las Palmas geflogen, eine Nacht im Flughafen verbracht und mit der ersten Gelegenheit nach Teneriffa mit der Fähre übergesetzt. Im Süden der Insel angekommen waren es nur ein paar Meter zu Fuss raus aus dem Touri-Dorf, mit seinen zahlreichen Rentnern, und rein in die heiße, baumlose Vulkanlandschaft. Auf Teneriffa ist einer der größten Vulkane der Erde zu finden (7500m vom Seeboden, 3700m vom Meeresspiegel). Richtigerweise ist also nicht der Vulkan auf Teneriffa, Teneriffa ist der Vulkan. Und da es hier auch nicht besonders viel regnet (34 Regentage, Hamburg hat 133), wächst auch nicht viel. Dafür schien die Sonne prächtig und machte das Schleppen des Rucksacks zu einer eher mühseligen Angelegenheit. Bis ich Salty zu sehen kam. Von dem Moment an war es eine reine Freude die 30m hohen Klippen hinunterzukraxeln um endlich mit dem lange ersehnten Boot auf Augenhöhe zu stehen.

Tatsächlich wurde dieser Moment schon lange geplant. Vor etwa 15 Jahren lernte ich Bjørn kennen und schon damals war klar: nach der Bootsbauerlehre kommt das eigene Boot um die Weltenmeere zu bereisen. Schon vor Jahren ist dieser Traum auch auf Marieke übergesprungen. Die vergangen 5 Jahre verbrachten sie in Norwegen damit Geld zu sparen, Salty zu finden und habhaft zu werden, sie als segelndes Gefährt kennenzulernen, auszubauen, wohnlich zu machen. Mittlerweile ist es für die beiden schon seit 3 Jahren ein Zuhause. Statt Miete zu zahlen müssen sie jetzt lediglich hin und wieder Hafengeld abdrücken.

Und wie das mit lange geplanten Momenten so ist, wenn sie endlich eintreten fühlt sich das einfach großartig an! Dabei freute ich mich nicht nur darüber die Gelegenheit zu haben mit Bjørn & Marieke gemeinsam das Abenteuer Atlantiküberquerung zu erleben. Es war auch die Freude zu sehen wie die beiden ihren Lebenstraum verwirklichen. Wie sie so lange und zielstrebig darauf hingearbeitet haben und trotz aller Widerstände und Umstände zum Trotz sich die Möglichkeit schufen heute mit einem Segelboot um die Welt zu reisen. Das ist für mich beeindruckend und zugleich sehr nah und als Idee überhaupt nicht abwegig. Wie eine logische Konsequenz der Traumerfüllung. Schließlich wussten wir schon vor 15 Jahren das dieser Tag kommen würde.

Dementsprechend groß und aufgeregt war der Freudentanz den wir aufführten. Die Ausgelassenheit und irrwitzigen Jubelrufe haben bestimmt sogar einen bleibenden Eindruck bei den am Strand wohnenden Hippies hinterlassen.
Nachdem wir uns wieder ein wenig mehr Luft in den Lungen erlaubten, hievten wir meinen Kram auf das kleine Beiboot und ruderten über zu Salty wo der Willkommensjubel mit Marieke nochmal in kleinerem Maßstab wiederholt wurde.

Und nun war es soweit. Die Crew für die Atlantiküberquerung ist komplett. Ich bin als Smutje (Koch & Lagerist fürs Essen) an Board gekommen, wobei Marieke das Boot mit seinen hundert Klappen und Luken, viel besser kennt als ich. Deshalb teilen wir uns den Job. Bjørn ist unser Skipper und Bootsbauer. Und gebaut werden würde in den kommenden Tagen jede Menge.









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