Archiv der Kategorie '23 - Juni '12'

Mein Inselleben im Pazifik.

Ich hoffe ich konnte einige eher generelle Aspekte und Schwierigkeit der Entwicklungsarbeit auf einer Insel im Pazifik, wenigstens Ansatzweise, vermitteln. Doch kam ich nicht um einer NGO beizutreten sondern um die Insel zu erkunden. Und dazu hatte ich jede Menge Zeit. Couchsurferin Sarah wohnte auf der Ostseite der Insel in zwei Strandbungalows. Im Küchen- und Wohnzimmerstrandhaus konnte ich pennen. Die Bungalows sind einfach mal so nah am Strand, die Flut würde den Gartenzaun fast umspülen. Nach dem Aufstehen würde ich nicht unter die Dusche sondern in die Flossen und ins Riff schnorcheln gehen. Das Riff hier ist weder überfischt noch stark ausgebleicht wie es oft im Pazific und Australien beobachtet wird. Und so ist es eine wahre Freude das die ganze Insel umspannende Riff zu erforschen, Nemo guten Morgen zu wünschen und sich dann zum Frühstück auf die den Ozean überblickende Veranda zu chillen … Inselparadis!

Nachts konnte ich die Einheimischen dort fischen sehen. Sie liegen mit einer Lampe im Wasser und treiben so lange bis sie einen Fisch angelockt haben groß genug um ihn mit einen Speer zu „schießen“. Kalt, dunkel, langwierig und das Ganze nur für einen Fisch. Unglaublich.
Neben dem Schnorcheln, kletterte ich noch auf den höchsten Punkt der Insel und freundete mich Berry und Familie an. Auf der einzigen Straße der Insel fuhr ich auch mal mit einer der 250cc Maschinen auf und ab und machte mir ein Bild von den Dörfern der Leute doch das Highlight sollte die Wanderung werden die Sarah schon bei meiner Ankunft erwähnt hatte. Es kamen einige ihrer Freunde aus Dilli und gleich nachdem die Vorräte verteilt waren ging’s los auf die Seite der Insel die sich ohnehin nur zu Fuss erkunden lässt. Der südliche Teil war eine sehr raue und klippenartige Landschaft. Hier regieren mangels Sonnenschein die Schatten und das Gestein war dunkel, häufig nur spärlich bewachsen. Voller positiver Ausstrahlung waren die Schulkinder die uns bis zu ihrem Dorf begleiteten und immer wieder anhielten um auf uns zu warten. Sarahs Freunde waren auch alle in NGO’s tätig, doch schienen sie mehr unabhängig von den Strukturen zu sein da sie innerhalb von Einrichtungen mit Kindern und Kranken arbeiteten.

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Entwicklungsarbeit im Inselparadies.

Das epische Schauspiel mit dem Dude zog sich auch auf dem Weg zur Insel noch hin. Schon vor Sonnenaufgang hatte er seinen ersten Drink Vodka-Orange und erfreute sich mit Seemannsliedern der Gischt die ihm bei der Überfahrt ins Gesicht schlug. Der Rest des Bootes, mich eingeschlossen, konnte sich nur staunend anschauen und vor dem unwillkommenen Wasser in Sicherheit bringen. Nach einem kleinen Tänzchen am Strand um unsere Ankunft, den Kapitän und das gute Wetter zu feiern, hieß es Tschüs Fischkutter und bis später Dude, ich mach mich mal auf die Suche nach Sarah. Wie das so auf einem kleinen Flecken im Meer üblich kein großes Problem, hier kennt jeder jeden und jede Ziege hat hier praktisch einen Namen.

Minuten nach meiner Ankunft komme ich so an Sarahs Strandbungalow an und wurde herzlich Empfangen. Ebenfalls eine Normalität wenn du auf einer Insel wohnst: du hast nicht besonders oft Besucher. Und so war ich eine willkommene Abwechslung für die seit 11 Monaten in Isolation lebende Australierin.
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Der Dude auf einsamer Insel …

Eine kurze historische Einleitung…
… in das zweite Land das ich in Süd Ost Asien besuchte, welches auch das zweitjüngste der Völkergemeinschaft unserer Erde ist. Erst 2002 wurde Timor-Leste, wie es offiziell gennant wird, von Indonesien unabhängig.
Timor ist damit fest mit Indonesiens Geschichte gebunden und hat viele tragische Momente, nicht nur zu Zeiten der Unabhängigkeitsbewegungen, erlebt. Es war praktisch die DDR Indonesiens. Viel wurde terrorisiert und Menschen konnten sich nicht sicher fühlen. Zudem hinkt (bis heute) die gesamte Entwicklung des Landes ungefähr 10 Jahre hinterher ohne große Hoffnung auf eine Verbesserung.

Auch wenn der Vergleich nicht stimmig ist so hoffe ich vermittelt er doch eine grundlegende Ahnung von dem Unterschied zwischen den beiden Ländern. Zwar hat Timor nun Öl gefunden und verfügt somit über Einnahmen weit über dem was sie gewohnt waren doch ist das Land bei weitem nicht funktionsfähig oder zentral regiert. Eine Regierung existiert zwar aber ist ihr Einfluss und besonders ihr Engagement ist bisher stark auf den Wahlkampf begrenzt. 2012 hat es eine friedliche Wahl und einen konfliktlosen Regierungswechsel gegeben. Das war nicht immer so und die Vereinten Nationen mussten nach den Wahlen 2004 wieder ihre Jeeps und Soldaten schicken um die Aufstände unter Kontrolle zu bekommen bei denen ein hohes Mitglied der Regierung erschossen und das Vertrauen in die Demokratie massiv untergraben wurde.
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Im Brautmodengeschäft: von High heels und Models.

Nach den großartigen Taucherfahrungen auf Bali kam eine etwas unerwartete Begegnung auf mich zu. Couchsurfer in High heels in einer Community die so ganz anders ist und die ich nicht geglaubt hatte in einem muslimischen Land so offen anzutreffen.

Auf dem Weg nach Ost-Timor wollte ich auch den indonesischen Teil der Insel besuchen. West Timor erreichte ich aufgrund nachdem ich die Fähre um einen Tag verpasste mit dem Flieger. Schon beim Kauf des Tickets schwor ich mir auf dem Rückweg und überhaupt die Fähre fest einzuplanen. Ein Spass den ich auf keinen Fall verpassen wollte.

In Kupang angekommen hatte ich so meine Mühe Erwin zu finden. Keiner der Bemofahrer in ihren tiefer gelegten, Graffiti verzierten, auf Basswellen aus dem Subwoofer schwebenden, Minibussen sprach Englisch oder wollte mich nicht einsammeln. Ich entfernte mich spürbar vom Touristenpfad und war begeistert die Richtung weiter zu verfolgen. Wie sehr kann ich verloren gehen?
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Jakarta, Bali, Wrack voller Schätze – die Zweite!

Zurück in Jakarta bei den Punks hatte ich gleich das Gefühl wieder Zuhause anzukommen. Reisende bauen sehr schnell eine persönliche Verbindung zu den Orten auf die sie mehrere Mal besuchen. Plötzlich wird eine dreckige, verstopfte, toxische Monstermetropole zu einem Ort an den ich gerne ankomme.

Noch son Ding das ich erst mit einiger Zeit realisierte: Die Freude des Ankommen. War in Australien noch alles gechillt und langsam war Indonesien eine Autobahn in der Innenstadt am ersten Sommerferientag mit einem wütenden Mob der Flughafenvereinigung auf der sich im Ausbau befindenden Kreuzung vorm Elbtunnel.
Einige Wochen war ich normalerweise in der gleichen Region in Australien. Nun war der Zeitplan etwas angezogen worden und ich verbrachte oft nur noch Tage am gleichen Ort. „Es gibt ja so viel zu tun und so viel zu sehen.“ Höre ich immer wieder und genau das ist der endscheidene Unterschied zwischen meinen Abenteuern auf den unterschiedlichen Kontinenten. Die anderen Reisenden. Sie sind immer in Bewegung, auf der Suche, schnell gelangweilt, voller Erwartungen und haben wenig Zeit in ihrem kostbaren Urlaub. Etwas hart, etwas übertrieben aber teilweise in den meisten Fällen zutreffend, werde ich so vom Strom der Umherwandernden mitgerissen und sehe mich Orte schneller wechseln um mehr zu sehen. Eine Entwicklung die ich nicht bedaure und einfach ungewohnt, neu und unerforscht ist. Wir werden sehen welche mir schließlich besser gefallen hat.
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