Archiv der Kategorie '24 - July '12'

Eine Triologie der Einsichten.

Erster Teil
Die Sicht von unten: Straßenpunks in Maumere.

Schon wieder? Ja aber diese Begegnung ist eine ganz außergewöhnliche gewesen, also sperr die Lauscher auf und lass das Meckern sein. Hatte ich zuvor zwar bei Punks gewohnt und mit ihnen gelebt, waren dieß die Stadtpunks in ihrer eigenen Kommune. Diese Jungs hatte aber echt nichts. Nur die Sachen die sie am Leib trugen, etwas Zeug in den Hosentaschen aber nicht einmal Rucksäcke! Die Gruppe teilt sich mehrere Handys und hat sonst noch eine Ukulele und etwas das aus Rohren und Motorradschläuchen zu einer Trommel zusammengebaubt wurde. Damit spielen sie dann jeden Tag in den immer gleichen Shops un sich zu ernähren und hin und wieder etwas Arak zu kaufen. Und während sie so auf der Straße sitzen und Rauch in die Luft blasen wird die gewaltige Diskrepanz im indonesischen Punk deutlich. Nicht das Punk allein dazu in der Lage gewesen wäre. Es sind natürlich auch die Umstände die eine Situation beeinflussen. Trotzdem war ich erstaunt wie aussichtslos und unbekümmert sich diese Punks gaben. Sie waren die engsten Freunde, eine Familie aus Kids die auf der Straße leben. Ohne gesichertes Einkommen, ohne (staatlich) organisierte Unterstützung, ohne Ausbildungsmöglichkeiten, ohne Zukunftsperspektiven, ohne emotionales Fallnetz aus Wohlwollen und Stabilität. Straßenpunk ist in Deutschland kaum vorstellbar. Hier in Indonesien ein Zufluchtsort wie ihn vielleicht ein Heim geboten hätten, oder ein Zirkus – irgendwo dazwischen.

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Deutsch lehren in Flores.

Nach den Eindrücken der Überfahrt war ich recht glücklich für ein paar Tage in dem verschlafenen Ort in dem ich ankam mich zu entspannen. Mit dem Namen des Ortes „Ende“ konnte ich keine Verbindung aufbauen und am Ende war ich noch lange nicht.

Flores wurde mir einige Male als weniger entwickelt und wilder beschrieben. Und im Vergleich zu den anderen indonesischen Inseln die bereits vom Massentourismus oder Wirtschaftsboom transformiert wurden hatte Flores die perfekte Mischung aus kleinen Orten mit hoher Zentralität, wilden Busfahrten, atemberaubenden Vulkanen und einem angenehmen Status als Reisender.

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Das Blau zwischen den Inseln.

Der Boden erzitterte und ploetzlich war meine Welt nur noch ein tiefes Grollen und Droehnen. Mit unglaublicher Lautstaerke kuendigte der Pelni – Liner seine Abfahrt an. 24 Stunden sollte ich auf dem Riesen aus Stahl durch den Ozean zur naechsten Insel schippern. Das Schiff war hoffnungslos ueberfuellt. Die Kapazitaet wird mit ca. 1000 Passagieren angegeben, doch bin ich mir sicher diese Nummer laengst ueberschritten zu haben. Sich im Innern des Schiffes aufzuhalten waere voelliger Wahnsinn, Temperaturen sind unertraeglich hoch, der Lautstaerkepegel ist unnatuerlich vehemment und Luftcirculation eine Theorie die sich nicht auf einen Schlafsaal fuer 50 Passagiere, welcher mit 100 Indonesiern gefuellt ist, angewendet werden kann – der Gestank ist erbaermlich, das Gedraenge gross.

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